Zeitraum: 13. August bis 19. August 2001
Die Formel 1 kehrte aus ihrer neuen Sommerpause zurück – und Michael Schumacher beendete die Weltmeisterschaft praktisch sofort. Beim Großen Preis von Ungarn 2001 dominierte der Ferrari-Pilot das Wochenende, holte die Pole-Position und gewann das Rennen vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello. Mit seinem siebten Saisonsieg sicherte er sich vier Rennen vor Schluss den vierten WM-Titel seiner Karriere.
Der Ferrari-Doppelsieg entschied zugleich die Konstrukteursweltmeisterschaft. Schumacher stellte mit seinem 51. Grand-Prix-Erfolg den damaligen Siegrekord von Alain Prost ein und wurde zum ersten Ferrari-Fahrer seit Alberto Ascari, der zwei Weltmeisterschaften in Folge gewann. Nach 13 von 17 Saisonläufen waren damit sowohl die Fahrer- als auch die Teamwertung entschieden.
Hinter dem historischen Erfolg begann für Jean Alesi und Heinz-Harald Frentzen ein neues Kapitel. Beide mussten ohne vorherige Testfahrt in unbekannte Fahrzeuge steigen. Alesi übernahm bei Jordan den EJ11, Frentzen trat im Prost AP04 an. Das Ungarn-Wochenende wurde damit nicht nur zum Endpunkt des WM-Kampfs, sondern auch zum ersten sportlichen Vergleich nach dem ungewöhnlichen Fahrertausch der Sommerpause.
Die Ausgangslage vor Budapest
Vor dem 13. Saisonrennen führte Michael Schumacher mit 84 Punkten vor David Coulthard, der 47 Zähler gesammelt hatte. Bei noch fünf ausstehenden Grands Prix konnte der Schotte theoretisch noch 50 Punkte holen. Schumacher musste seinen Vorsprung in Ungarn daher auf mehr als 40 Punkte ausbauen, um den Titel bereits auf dem Hungaroring zu entscheiden.
Ein Sieg würde in jedem Fall genügen. Selbst wenn Coulthard Zweiter geworden wäre, hätte Schumacher vier Punkte mehr gesammelt und seinen Vorsprung auf 41 Zähler vergrößert. Bei einem zweiten Platz hätte Coulthard höchstens Fünfter werden dürfen, bei Rang drei hätte Schumacher einen punktelosen McLaren-Piloten benötigt. Die Lage war komfortabel, aber nicht so einfach, dass jedes Punkteresultat automatisch zum Titel geführt hätte.
Auch die Konstrukteurswertung konnte in Ungarn entschieden werden. Ferrari führte mit 124 Punkten klar vor McLaren-Mercedes mit 66 und Williams-BMW mit 56 Zählern. Ein starkes gemeinsames Ergebnis von Schumacher und Barrichello würde dem Team aus Maranello den dritten Konstrukteurstitel in Folge sichern.
Für McLaren bestand die Aufgabe darin, die Entscheidung zumindest hinauszuzögern. Coulthard benötigte ein deutlich besseres Ergebnis als Schumacher, während Mika Häkkinen seinem Teamkollegen und dem Team helfen sollte, Ferrari unter Druck zu setzen. Auf dem engen Hungaroring war dafür bereits das Qualifying von entscheidender Bedeutung.
Alesi und Frentzen in neuen Teams
Neben dem Titelkampf richtete sich die Aufmerksamkeit auf Jean Alesi und Heinz-Harald Frentzen. Beide durften ihre neuen Autos wegen des Testverbots erstmals am Freitagmorgen auf der Strecke bewegen. Alesi musste sich an den Jordan EJ11, den Honda-Motor, Bridgestone-Reifen und eine für ihn ungewohnte Handkupplung gewöhnen. Frentzen lernte parallel den Prost AP04 mit Ferrari-Motor kennen.
Alesi betrachtete den Wechsel als emotionalen Neuanfang. Zwölf Jahre zuvor hatte er für Eddie Jordans Formel-3000-Team die Meisterschaft gewonnen. Nun kehrte er zu jenem Teamchef zurück, der seine internationale Karriere entscheidend gefördert hatte. Frentzen erhielt nur wenige Wochen nach seiner überraschenden Entlassung bei Jordan die Chance, sich in einem anderen Umfeld neu zu beweisen.
Die sportlichen Erwartungen mussten dennoch begrenzt bleiben. Beide Fahrer kannten weder die Arbeitsabläufe ihrer neuen Teams noch das Verhalten der Autos über eine komplette Renndistanz. Auf dem Hungaroring, wo Vertrauen in die Fahrzeugbalance und eine präzise Abstimmung besonders wichtig waren, bedeutete dieser Rückstand einen erheblichen Nachteil.
Alesi kam im Verlauf des Wochenendes etwas besser zurecht. Frentzen kämpfte stärker mit dem Prost und dessen Abstimmung. Schon im Qualifying zeigte sich, dass keiner der beiden Fahrer kurzfristig an die Leistungen anknüpfen konnte, die sie aus ihren bisherigen Fahrzeugen gewohnt waren.
Ferrari übernimmt die Kontrolle
Ferrari trat von Beginn an als Favorit auf. Der enge und kurvenreiche Hungaroring verlangte hohen Abtrieb, gute Traktion und eine stabile Balance – Eigenschaften, die dem F2001 entgegenkamen. Michael Schumacher fand schnell eine funktionierende Abstimmung und bewegte sich in den Trainings konstant in der Spitzengruppe.
McLaren blieb in Schlagdistanz, während Williams auf dem langsamen Kurs größere Schwierigkeiten hatte als auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken der vorherigen Rennen. Die Stärken des BMW-Motors und des aerodynamisch effizienten FW23 spielten auf den kurzen Geraden von Budapest eine deutlich geringere Rolle als zuletzt in Hockenheim.
David Coulthard setzte im abschließenden Samstagstraining die Bestzeit und blieb damit ein ernst zu nehmender Gegner. Schumacher lag nur knapp zurück, Barrichello folgte auf dem dritten Platz. Nick Heidfeld überzeugte im Sauber mit der viertschnellsten Zeit. Alesi und Frentzen bewegten sich dagegen nur im hinteren Mittelfeld.
Im Qualifying ließ Schumacher der Konkurrenz schließlich keine Chance. Mit einer Rundenzeit von 1:14,059 Minuten sicherte er sich die Pole-Position. Coulthard belegte den zweiten Platz, lag aber bereits 0,801 Sekunden zurück. Barrichello qualifizierte sich als Dritter, Ralf Schumacher folgte auf Rang vier.
Hinter den ersten vier standen Jarno Trulli, Mika Häkkinen, Nick Heidfeld, Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen. Alesi erreichte bei seinem Jordan-Debüt Startplatz zwölf. Frentzen kam im Prost nicht über Rang 16 hinaus, schlug jedoch seinen neuen Teamkollegen Luciano Burti deutlich.
Schumachers Pole war die ideale Grundlage für den Titelgewinn. Ferrari besetzte zudem mit Barrichello den dritten Startplatz und konnte das Rennen strategisch aus einer starken Position beginnen. Coulthard musste dagegen hoffen, den Brasilianer beim Start hinter sich zu halten und Schumacher unmittelbar unter Druck zu setzen.
Ein kurzer Schreck vor dem Start
Trotz der komfortablen Ausgangslage verlief die Vorbereitung auf den Start nicht vollständig problemlos. Auf dem Weg in die Startaufstellung blockierten beim Anbremsen eines Kurveneingangs die Räder von Schumachers Ferrari. Der Deutsche rutschte durch das Kiesbett und beschädigte dabei einen seitlichen Luftleitkörper. Zudem mussten die Reifen gewechselt werden.
Die Mechaniker reparierten das Fahrzeug noch in der Startaufstellung. Der Zwischenfall blieb ohne sportliche Konsequenzen, zeigte aber, dass auch ein erfahrener Fahrer wie Schumacher vor einer möglichen Titelentscheidung nicht völlig frei von Nervosität war.
Als die Ampeln erloschen, war davon nichts mehr zu erkennen. Schumacher erwischte einen sauberen Start und behauptete die Führung. Hinter ihm kam Barrichello deutlich besser weg als Coulthard und schob sich vor dem McLaren auf den zweiten Platz.
Damit war Ferraris ideale Rennkonstellation bereits nach wenigen Metern hergestellt. Schumacher konnte an der Spitze seinen Rhythmus fahren, während Coulthard hinter dem zweiten Ferrari festhing. Die ohnehin geringe Chance, den Titelkampf zu verlängern, war damit schon in der ersten Kurve erheblich geschrumpft.
Barrichello hält Coulthard auf
In den ersten Runden blieben Barrichello und Coulthard zunächst in Schumachers Nähe. Danach fiel das Tempo des Brasilianers leicht zurück. Coulthard hing unmittelbar hinter dem Ferrari fest, konnte auf dem engen Kurs jedoch keinen ernsthaften Angriff vorbereiten.
Barrichellos Position erwies sich für Ferrari als strategisch wertvoll. Während Coulthard hinter dem zweiten Ferrari Zeit verlor, konnte Schumacher seinen Vorsprung an der Spitze vergrößern. Ob Barrichello sein Tempo bewusst reduzierte oder lediglich Reifen und Fahrzeug schonte, ließ sich von außen nicht eindeutig beurteilen. Für den Rennverlauf war der Effekt jedoch klar.
Ralf Schumacher lag auf dem vierten Platz, konnte das Tempo der ersten drei Fahrer aber nicht mitgehen. Hinter ihm hielt Jarno Trulli Mika Häkkinen auf. Der Jordan war auf den Geraden schnell genug, um den McLaren abzuwehren, obwohl Häkkinen über eine freie Runde hinweg das höhere Tempo besaß.
Weiter hinten endete das Rennen für Eddie Irvine bereits in der ersten Kurve. Der Jaguar-Pilot verlor beim Versuch, außen vorbeizugehen, die Kontrolle über sein Auto und rutschte ins Kiesbett. Jenson Button erhielt wegen eines Frühstarts eine Zehn-Sekunden-Stop-and-go-Strafe. Luciano Burti und Enrique Bernoldi schieden nach Drehern ebenfalls früh aus.
Die Boxenstopps entscheiden Platz zwei
Michael Schumacher absolvierte seinen ersten Boxenstopp am Ende der 28. Runde. Nach 8,4 Sekunden kehrte er weiterhin deutlich vor seinem Bruder Ralf auf die Strecke zurück. Barrichello übernahm kurzzeitig die Führung und blieb mehrere Runden draußen, während Coulthard weiter hinter ihm festhing.
Der Brasilianer stoppte am Ende von Runde 31 und erhielt eine große Kraftstoffmenge. Coulthard kam eine Runde später an die Box und wurde geringfügig schneller abgefertigt. Dieser Unterschied reichte aus, um den Schotten vor Barrichello auf die Strecke zurückzubringen.
Zum ersten Mal besaß Coulthard freie Fahrt. Doch Schumacher hatte bereits einen komfortablen Vorsprung aufgebaut. Der McLaren-Pilot fuhr mehrere schnelle Runden, konnte den Abstand aber nicht entscheidend verkürzen. Ferrari hatte durch die frühe Rennphase genau den Spielraum erhalten, den Schumacher benötigte.
Vor den zweiten Boxenstopps lag Coulthard weiterhin auf Rang zwei. Für McLaren bestand damit zumindest die Möglichkeit, einen Ferrari-Doppelsieg zu verhindern. Beim zweiten Halt dauerte Coulthards Boxenstopp jedoch deutlich länger als sein erster.
Barrichello nutzte diesen Zeitverlust und kehrte wieder vor dem McLaren auf die Strecke zurück. Auf dem Hungaroring war diese Position kaum noch angreifbar. Coulthard blieb bis ins Ziel unmittelbar hinter dem Ferrari, fand aber keinen Weg vorbei.
Schumacher kontrollierte das Rennen weiterhin an der Spitze. Ferrari hatte damit nicht nur den Titelgewinn gesichert, sondern war auf dem Weg zum bestmöglichen Ergebnis.
Häkkinen bleibt im Verkehr stecken
Mika Häkkinen zeigte mit der schnellsten Rennrunde, dass McLaren grundsätzlich über ein konkurrenzfähiges Auto verfügte. In Runde 51 fuhr er 1:16,723 Minuten und war damit schneller als alle anderen Fahrer. Dennoch blieb er über weite Teile des Rennens hinter langsameren Fahrzeugen gefangen.
McLaren versuchte, Häkkinen über die Strategie an Ralf Schumacher vorbeizubringen. Der Finne absolvierte einen zusätzlichen kurzen Boxenstopp und sollte danach freie Fahrt nutzen. Der Plan scheiterte jedoch, weil er nach dem Halt weiterhin hinter dem Williams lag.
Häkkinen musste gegen Rennende noch einmal an die Box, um ausreichend Kraftstoff für die letzten Runden aufzunehmen. Trotz dieses zusätzlichen Stopps behielt er den fünften Platz, weil der Abstand zum restlichen Feld groß genug war.
Ralf Schumacher bezeichnete das Rennen später als eines der schwierigsten seiner Saison. Der Williams war nicht optimal ausbalanciert, und Häkkinen setzte ihn über viele Runden unter Druck. Dennoch verteidigte der Deutsche Platz vier bis ins Ziel.
Juan Pablo Montoya kam im zweiten Williams nicht über Rang acht hinaus. Der FW23 war schwierig zu fahren, und der Kolumbianer kämpfte mit starkem Untersteuern. Nach den dominanten Auftritten von Hockenheim erlebte Williams in Budapest ein deutlich schwächeres Wochenende.
Alesis solides Jordan-Debüt
Jean Alesi beendete sein erstes Rennen für Jordan auf dem zehnten Platz. Gemessen an der fehlenden Vorbereitung und dem ungewohnten Fahrzeug war das Ergebnis respektabel. Er musste während des gesamten Wochenendes die Bedienung des EJ11 und insbesondere die Handkupplung kennenlernen.
Alesi sorgte zudem für eines der wenigen echten Überholmanöver des Rennens. In Runde zehn setzte er sich gegen Pedro de la Rosa durch und eroberte den zwölften Platz. Auf einer Strecke, auf der reguläre Positionswechsel selten waren, gehörte dieser Angriff zu den auffälligeren Momenten des Grand Prix.
Der Franzose erreichte das Ziel zwei Runden hinter Schumacher und unmittelbar hinter Jacques Villeneuve. Punkte waren damit außer Reichweite, doch Alesi hatte sein neues Auto ins Ziel gebracht und wichtige Erfahrungen gesammelt.
Für Jordan war dies besonders wertvoll, weil Jarno Trulli erneut durch einen Defekt ausfiel. Der Italiener hatte sich als Fünfter qualifiziert und lag zunächst auf einer aussichtsreichen Position. Bei seinem ersten Boxenstopp klemmte jedoch der Tankstutzen, wodurch er mehrere Sekunden verlor. Später musste er den Jordan mit einem Hydraulikproblem abstellen.
Frentzens schwieriger Prost-Einstand
Für Heinz-Harald Frentzen verlief das erste Rennen bei Prost deutlich schwieriger. Nach Startplatz 16 kam er zunächst ohne größere Zwischenfälle durch die Anfangsphase. Eine Berührung mit Tarso Marques beeinträchtigte jedoch beide Fahrer.
Frentzen kämpfte im weiteren Verlauf mit der Balance des AP04 und konnte das Tempo des vorderen Mittelfelds nicht mitgehen. In Runde 64 verlor er die Kontrolle über den Prost und drehte sich ins Aus. Mit 63 absolvierten Runden wurde er offiziell als nicht klassifiziert geführt.
Auch Luciano Burti erreichte das Ziel nicht. Der Brasilianer drehte sich bereits in Runde neun aus dem Rennen. Damit endete das erste gemeinsame Wochenende von Frentzen und Prost ohne Zielankunft für beide Fahrzeuge.
Ein direkter Vergleich mit Alesi war nur eingeschränkt möglich. Der Jordan war grundsätzlich das konkurrenzfähigere Auto, während Prost sportlich und finanziell unter erheblichem Druck stand. Dennoch hatte Alesi den besseren ersten Eindruck in seinem neuen Team hinterlassen.
Sauber sammelt erneut einen Punkt
Hinter Ferrari, McLaren und Williams bestätigte Sauber seine starke Saison. Nick Heidfeld qualifizierte sich auf dem siebten Platz und beendete das Rennen als Sechster. Damit sammelte er den letzten WM-Punkt. Kimi Räikkönen folgte unmittelbar dahinter auf Rang sieben.
Räikkönen hatte beim Start zunächst Plätze gewonnen, musste in der ersten Kurve jedoch abbremsen, als Heidfeld und Trulli leicht aneinandergerieten. Dadurch fiel er wieder zurück und verbrachte einen großen Teil des Rennens in einer Fahrzeuggruppe.
Zwischenzeitlich lag Räikkönen durch die Boxenstoppabfolge vor seinem Teamkollegen, verlor den Platz aber bei seinem zweiten Halt wieder. Sauber erhöhte sein Punktekonto auf 20 Zähler und festigte damit Rang vier in der Konstrukteurswertung.
Für ein unabhängiges Team mit begrenztem Budget blieb dies eines der bemerkenswertesten Ergebnisse der Saison. Heidfeld und Räikkönen punkteten nicht durch spektakuläre Einzelerfolge, sondern durch Konstanz und Zuverlässigkeit.
Schumacher schreibt Geschichte
Nach 77 Runden überquerte Michael Schumacher die Ziellinie mit 3,363 Sekunden Vorsprung vor Rubens Barrichello. David Coulthard folgte nur 0,577 Sekunden hinter dem Brasilianer auf Rang drei. Ralf Schumacher, Mika Häkkinen und Nick Heidfeld belegten die weiteren Punkteränge.
Mit seinem siebten Saisonsieg erhöhte Schumacher sein Punktekonto auf 94 Zähler. Coulthard kam durch Platz drei auf 51 Punkte. Der Vorsprung betrug damit 43 Zähler. Da in den verbleibenden vier Rennen maximal 40 Punkte zu gewinnen waren, stand Schumacher als Weltmeister fest.
Es war sein vierter Titel nach den Erfolgen von 1994, 1995 und 2000. Damit zog er mit Alain Prost gleich. Nur Juan Manuel Fangio hatte zu diesem Zeitpunkt mit fünf Weltmeisterschaften mehr Titel gewonnen.
Zugleich stellte Schumacher mit seinem 51. Grand-Prix-Sieg Prosts damaligen Rekord ein. Barrichellos zweiter Platz sicherte Ferrari zusätzlich die Konstrukteursweltmeisterschaft. Das Team erreichte 140 Punkte und war von McLaren nicht mehr einzuholen.
Ferrari gewann damit zum dritten Mal in Folge die Konstrukteurswertung und zum elften Mal insgesamt. Schumacher wurde außerdem zum ersten Ferrari-Fahrer seit Alberto Ascari im Jahr 1953, der seinen Titel erfolgreich verteidigte.
Warum Ferrari die Saison entschied
Die Weltmeisterschaft 2001 endete früh und ohne dramatisches Finale. Schumacher hatte die Saison von Beginn an kontrolliert und seine Chancen konsequent genutzt. Coulthard war über weite Strecken der einzige ernsthafte Verfolger gewesen, doch McLaren verlor durch technische Ausfälle und schwankende Leistungen zu viele Punkte.
Ferrari verfügte nicht an jedem Wochenende über das schnellste Auto. Williams war auf mehreren Strecken überlegen, McLaren konnte ebenfalls Rennen gewinnen. Schumacher und sein Team erzielten jedoch die konstantesten Ergebnisse und nutzten Schwächen der Konkurrenz nahezu vollständig aus.
Der Titelgewinn in Budapest war deshalb weniger das Ergebnis eines einzelnen dominanten Wochenendes als die logische Folge der gesamten Saison. Schumacher hatte nach 13 Rennen sieben Siege, elf Podestplätze und nur zwei punktelose Grands Prix vorzuweisen.
Ferraris Stärke lag zugleich in der geschlossenen Teamleistung. Barrichello spielte in Ungarn eine wichtige taktische Rolle und sicherte mit Platz zwei den Konstrukteurstitel. Strategie, Boxenarbeit und Zuverlässigkeit funktionierten über die Saison hinweg besser als bei den direkten Konkurrenten.
Die Weltmeisterschaft nach Budapest
Michael Schumacher führte die Fahrerwertung nach dem Ungarn-Grand-Prix uneinholbar mit 94 Punkten an. David Coulthard blieb mit 51 Zählern Zweiter. Rubens Barrichello rückte mit 46 Punkten auf Rang drei vor und verdrängte Ralf Schumacher, der nun 44 Zähler besaß. Mika Häkkinen folgte mit 21 Punkten.
In der Konstrukteurswertung stand Ferrari mit 140 Punkten ebenfalls als Weltmeister fest. McLaren-Mercedes lag mit 72 Punkten vor Williams-BMW mit 59. Sauber verteidigte mit 20 Punkten den vierten Rang vor BAR-Honda mit 16 und Jordan-Honda mit 15 Zählern.
Damit verschob sich der sportliche Fokus für die letzten vier Rennen. Coulthard, Barrichello und Ralf Schumacher kämpften nun um den zweiten Platz der Fahrerwertung. McLaren und Williams rangen um Rang zwei bei den Konstrukteuren.
Für Schumacher und Ferrari begann dagegen eine neue Phase. Ohne den Druck des Titelkampfs konnte sich das Team darauf konzentrieren, weitere Siege und Rekorde zu erzielen.
Fazit der KW 33
Die 33. Kalenderwoche des Jahres 2001 wurde zur endgültigen Bestätigung der neuen Ferrari-Vorherrschaft. Michael Schumacher beherrschte den Hungaroring, gewann von der Pole-Position und sicherte sich vier Rennen vor Saisonende seinen vierten Weltmeistertitel.
Der Erfolg verband mehrere historische Marken. Schumacher zog bei den WM-Titeln und Grand-Prix-Siegen mit Alain Prost gleich. Ferrari gewann zum dritten Mal in Folge die Konstrukteurswertung, und erstmals seit Alberto Ascari verteidigte ein Fahrer der Scuderia erfolgreich seine Weltmeisterschaft.
Das Rennen selbst bot nur wenige Positionswechsel. Barrichellos starker Start und die strategische Bedeutung seines zweiten Platzes erschwerten Coulthards letzte Titelchance früh. Auf einer Strecke, auf der Überholen beinahe unmöglich war, kontrollierte Ferrari die Positionen und die Boxenstopps.
Alesi und Frentzen begannen währenddessen ihre neuen Aufgaben. Alesi brachte den Jordan ins Ziel und sorgte für eines der seltenen Überholmanöver. Frentzens Prost-Debüt endete nach einem Dreher in Runde 64.
Die Sommerpause hatte den Fahrermarkt verändert. Der Ungarn-Grand-Prix veränderte die Weltmeisterschaft nicht mehr – er entschied sie.
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